Arkadi Strugatzki

Über den Autor

Arkadi Strugatzki, (UdSSR), 1925–1991.

Die Brüder Strugatzki (man findet auch die eigentlich korrektere Schreibweise »Strugazki« und seltener wissenschaftliche Transliterationen wie »Strugackij«) haben von den Fünfzigerjahren bis 1990 gemeinsam ein Ouvre an Romanen, Erzählungen und Szenarien geschaffen, das sein Zentrum in der Science Fiction hat, gelegentlich aber in den Bereich anderer phantastischer Konventionen hineinreicht. Sie wurden damit nicht nur zu den führenden SF-Autoren der Sowjetunion, sondern sind auch im modernen Russland bislang an Bedeutung unübertroffen; neben dem Polen Lem sind sie die wichtigsten und erfolgreichsten SF-Autoren außerhalb der englischsprachigen Länder seit dem Zweiten Weltkrieg; Bücher von ihnen sind in etwa zwei Dutzend Sprachen übersetzt worden, fast alle ins Deutsche, Englische, Französische, Japanische sowie in Sprachen Ostmitteleuropas.

Arkadi Strugatzki wurde 1925 im georgischen Batumi geboren, wuchs aber in Leningrad (Sankt Petersburg) auf, wo Boris 1933 zur Welt kam. Der Vater, Natan Strugazki, von der Ausbildung her Kunstwissenschaftler, war noch vor der Oktoberrevolution in die Partei der Bolschewiki eingetreten, hatte im Bürgerkrieg einen Generalsrang bekleidet, war danach in sehr unterschiedlichen Parteifunktionen in verschiedenen Landesteilen eingesetzt, 1937 aber im Zuge der Stalinschen Säuberungen aus der Partei ausgeschlossen worden. Er kam ums Leben, als er 1942 zusammen mit Arkadi übers Eis des Ladoga-Sees aus dem belagerten Leningrad evakuiert wurde. Arkadi wurde zum Armeedienst einberufen und als Japanisch-Dolmetscher ausgebildet, in dieser Funktion diente er in Fernost bis zu seiner Demobilisierung im Jahre 1955. Anschließend arbeitete er in Moskau am Institut für wissenschaftliche Information und als Verlagslektor. Er hat Science Fiction aus dem Englischen übersetzt, Literatur verschiedener Genres aus dem Japanischen. Er hat sich als Lektor für die Publikation von SF anderer sowjetischer und ausländischer Autoren eingesetzt und das als freier Gutachter, Herausgeber und Berater auch später noch getan; in den achtziger Jahren hat er die damals allmählich erstarkende Organisation des sowjetischen SF-Fandoms unterstützt.

© 2010 by Erik Simon

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Atomvulkan Golkonda erschien erstmals 1959 und erzählt nach zeittypischer Schilderung der Flugvorbereitungen von einer gefahrvollen Expedition auf die Venus, die vor allem dank der realistischen Charakterzeichnung in tragischen Situationen noch heute fasziniert. Der Debütroman der Brüder Strugatzki ist zugleich der Beginn eines vielfältigen, weit ausgreifenden Weltentwurfs, der bis ins 23. Jahrhundert reicht und als Welt des Mittags bekannt geworden ist.

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