Sphärenklänge

Geschichten von der relativisitschen Flotte

von Angela & Karlheinz Steinmüller

Sphärenklänge

Das Steinmüller-Universum scheint nicht mehr zu expandieren, aber ohne zu schrumpfen, verdichtet es sich gleichwohl; denn in ihm entstehen weiterhin neue Welten, neue Kulturen, neue Geschichten. Der neunte Band der Werkausgabe dokumentiert das vor allem fär den Abschnitt der Raumzeit, in dem die Relativistische Flotte den Ton angibt – jene von der Erde unabhängige Organisation, deren Raumfahrer interstellare Entfernungen mit einem Drittel der Lichtgeschwindigkeit überwinden, Jahrzehnte im Kälteschlaf überspringen und ihre Aktivitäten mit KI-gestützten Langzeitprognosen koordinieren.

Die Geschichten dieses Bandes reichen von der Frühzeit der Flotte – als sie noch nicht Latein sprach – bis weit ins vierte Jahrtausend (mit einem vagen Ausblick in noch viel fernere Zeiten). Wir begegnen zwar nicht mehr den intelligenten Sauriern, die den Planeten Pulaster bevölkern, wohl aber etlichen anderen im gleichnamigen Roman erwähnten Personen – der Entdeckerin der Zahl, dem Planetenadministrator Meridor (ehe er das wurde), dem Forscherpaar Gij und Chad Luivens … Eine weitere außerirdische Intelligenz kommt ebenso ins Bild wie die zahlreichen künstlichen Intelligenzen, die in »Pulaster« eher im Hintergrund blieben. Zwei Erzählungen schlagen – auf sehr unterschiedliche Weise – Brücken zu einem anderen Bereich des Steinmüller-Universums: zur Welt der langsamen Weltraum-Archen und der von ihnen besiedelten Planeten, die aus den Romanen »Andymon«, »Spera« und »Der Traummeister« bekannt sind.

Unter dem hier versammelten Dutzend Erzählungen sind vier Neufassungen schon früher publizierter Texte, alle übrigen erscheinen zum ersten Mal. Das Spektrum spannt sich von einer längeren Novelle, die eine ganze Siedlerwelt mit ihrem außergewöhnlichen Lebensentwurf vorstellt, über Geschichten von der Erkundung fremder Planeten bis zu kurzen, vignettenhaften Momentaufnahmen. Sie alle eint der Reichtum an ungewöhnlichen, thematisch weit gefächerten SF-Ideen, vergegenwärtigt durch nicht minder ungewöhnliche, aber überzeugende Charaktere.

Das Ehepaar zählte zu den führenden Science-Fiction-Autoren der DDR. Beide verfassten sowohl alleine als auch gemeinsam viele Bücher. Die Steinmüllers wurden dreimal mit dem Kurd Laßwitz Preis ausgezeichnet.